Wohnflächenberechnung - Berechnung der Wohnfläche

Neuigkeiten

Erstellt von Sebastian Zell am Nov 22 2018

Wohnflächenberechnung

Durchschnittliche Wohnfläche
2015 stehen jedem Bürger in Deutschland im Durchschnitt knapp 47 m² zur Verfügung; 2013 waren es 45 m² und 1998 waren es 38 m². 2006 standen jedem Bürger in Deutschland im Durchschnitt 43 m² zur Verfügung, in Westdeutschland 44,1 m², in Ostdeutschland 38,6 m². Die Wohnungen hatten durchschnittlich 90,4 m², im Westen 94 m², im Osten 77 m². 2006 standen etwa 8 % der Wohnungen in Deutschland leer, im Westen 7 %, im Osten 12 %. Im Jahr 1965 standen pro Kopf 22,3 m² zur Verfügung. 1972 waren es 26,4 m³.

Als Gründe für die Zunahme der Wohnfläche werden unter anderem eine Zunahme des verfügbaren Einkommens und die Zunahme der Zahl der Einpersonenhaushalte genannt. Die Zahl der Wohnungen je 1.000 Einwohner stieg von 214 (im Jahr 1972) auf rund 500 (2016) an.

Berechnung der Wohnfläche nach der Wohnflächenverordnung
Seit dem 1. Januar 2004 gilt ersatzweise für die Zweite Berechnungsverordnung (II. BV)[5] die Wohnflächenverordnung (WoFlV). Die wichtigsten Änderungen sind:

Balkone, Dachterrassen, Loggien etc. sind in der Regel nur noch zu einem Viertel (bis höchstens zur Hälfte bei entsprechender Qualität und qualitativer Bewertung) ihrer Fläche anrechenbar. Der Begriff Terrasse ersetzt den Begriff gedeckter Freisitz. Ein Sichtschutz wird folglich nicht mehr vorausgesetzt.

Beheizbare Wintergärten und Schwimmbäder werden zu 100 % zur Wohnfläche hinzugerechnet. Sind diese nicht beheizt, so geht deren Fläche nur zu 50 % in die Wohnflächenberechnung ein.

Die Grundflächen sind nach den lichten Maßen zwischen den bekleideten Bauteilen, also nach den Fertigmaßen zu ermitteln.

Berechnung der Wohnfläche nach der II. Berechnungsverordnung
Diese Berechnungsmethode wird für Neubau seit dem 31. Dezember 2003 nicht mehr verwendet und wurde durch die Wohnflächenverordnung vom 1. Januar 2004 abgelöst.

Bei der Ermittlung der Wohnfläche, auf der Grundlage der II. Berechnungsverordnung (§§ 42–44; Verkündungstag 17. Oktober 1957), sind die Grundflächen von Räumen und Raumteilen mit einer lichten Höhe von mindestens 2 m voll, mit einer lichten Höhe zwischen 1 m und 2 m zur Hälfte und mit einer lichten Höhe von weniger als 1 m nicht anzurechnen. Zum Wohnbereich zählende Balkone, Loggien, Terrassen können mit bis zu 50 % ihrer Fläche der Gesamtwohnfläche zugerechnet werden.

Die Grundflächen der Räume können wahlweise aus den Rohbau- oder Fertigmaßen ermittelt werden. Werden die Rohbaumaße für die Berechnung zu Grunde gelegt, so sind die errechneten Flächen um 3 % zu kürzen.

Die II. BV galt rechtlich nur für preisgebundenen Wohnraum. Ihre §§ 42–44 fanden nach Aufhebung der DIN 283 im Jahr 1983 aber auch Anwendung für die Ermittlung der Wohnfläche im freifinanzierten Wohnungsbau.

Berechnung der Wohnfläche nach DIN 283
Teil 2 der DIN 283 wurde 1983 ersatzlos zurückgezogen, Teil 1 der DIN 283 wurde 1989 zurückgezogen.[6] Die Berechnung nach DIN 283 wurde aber mangels Neuregelung auch weiter angewendet und hat sich zu einer anerkannten Regel der Technik entwickelt.

Berechnung der Wohnfläche nach DIN 277
Die DIN 277-1:2016-01 kennt die Definition Wohnfläche nicht, sondern den allgemeiner gehaltenen Begriff der Netto-Raumfläche, mit weiterer Unterteilung der Netto-Raumfläche in Nutzungsfläche, Technische Funktionsfläche und Verkehrsfläche. Die nach DIN277 ermittelten Flächen und Rauminhalte können für die Festlegung der Wohnfläche oder der Mietfläche im freifinanzierten Wohnungsmarkt verwendet werden.[7]

Baustatik
Aus baustatischer Sicht müssen Wohnräume in Deutschland nach DIN EN 1991-1-1 und DIN EN 1991-1-1/NA für eine Nutzlast von 1,5 kN/m² ausgelegt werden. Lediglich Decken mit nicht ausreichender Querverteilung, z. B. Holzbalkendecke, sind für 2,0 kN/m² zu bemessen. Für Räume mit nur gelegentlichem Aufenthalt, zum Beispiel Spitzböden (für Wohnzwecke nicht geeigneter, aber zugänglicher Dachraum bis 1,8 m lichter Höhe), ist eine Nutzlast von 1,0 kN/m² vorgeschrieben. Eine Umwidmung dieser Nutzflächen zu Wohnflächen ist häufig nicht wirtschaftlich möglich.

Die oben erwähnten Terrassen, Balkone und Loggien müssen nach DIN EN 1991-1-1 und DIN EN 1991-1-1/NA mit einer Nutzlast von 4,0 kN/m² bemessen werden. Bis zur Einführung von DIN 1055-3 im Jahr 2006 wurden diese Flächen mit 5,0 kN/m² bzw. bei einer Fläche über 10,0 m² mit 3,5 kN/m² bemessen. Der nachträgliche Einbau z. B. einer Loggia im Dachboden ist somit in den meisten Fällen sehr aufwendig.



Über uns

wir sind ein junges Unternehmen aber...

unsere Mitarbeiter haben ein breitgefächertes Wissen über alle Bestandteile der Planung und Ausführung. Wir beschäftigen sowohl kaufmännische als auch technische Mitarbeiter. Durch die enge Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro können wir alle Leistungen rund um die Planung und Bestandspflege erbringen.

Kontakt

SEBASTIAN ZELL

CAD- UND AUFMASS SERVICE

Contessaweg 22

14089 Berlin

Telefon: +49 30 321 50 17

E-Mail: sebastian.zell@zell-aufmass.de